
Heute ein Fundstück aus unseren eigenen Reihen.
Und wer jetzt erzählt, was “gay” alles bedeuten kann: Der richtige Titel des Buches ist “The Joy of…”. Da hat damals die Einbandstelle wohl nicht ganz aufgepasst.
(mks)

die Stadtbibliothek Köln bloggt
Blog der Stadtbibliothek Köln
Am Samstag platzten in Japan die erst Knospen. 10 Tage früher als normal, 15 Tage eher als letztes Jahr. Ungewöhnlich warme Temperaturen meldeten die Wetterstationen. Des Landes schönster Zeitvertreib, das Betrachten von Kirschblüten, nimmt Fahrt auf. Bis zum 10. April (so die Hoffnung) soll das Vergnügen dauern.
Das beliebteste Rosa Japans wird sehr ernst genommen. Nachrichtendienste und Wetterberichte senden live von den Blüten-Hotspots.
An den schönsten Aussichtpunkten hängen bereits die Laternen. Stände mit Speisen und Getränke werden vorbereitet. Was schon daraufhin deutet, dass weniger die Kontemplation als das feucht-fröhliche Vergnügen unter der rosa Herrlichkeit bevorsteht.
Kennern schwärmen vom prachtvollen Nachteffekt bei künstlicher Beleuchtung. Der soll den Tageslichtanblick bei weitem in den Schatten stellen.
Auch in unserer Zentralbibliothek herrscht schon fiebrige Erwartung. Steht doch von unserer Haustür ein wunderschönes Ensemble japanischer Kirschbäume. Täglich werden hier die Knospen vermessen, aber (dank überflüssiger Winterverlängerung) müssen wir uns noch wenige Tage gedulden.
gp
P.S.: Bild oben aus unserem Archiv.
Was etwas gegensätzlich klingt – “Werbung gegen Konsum” – gibt es. Völlig produktfrei. Ob unsere Kinder so etwas einmal auf dem Kinderkanal zwischen Lillifee, Barbie und Hello Kitty sehen werden?
[vimeo 51529828 w=500 h=281]
Build. Make. Hack. Grow. from DIY on Vimeo.
Klar ist jedenfalls, was sich inzwischen in der Erwachsenenwelt, jenseits von entwickelnden Geeks und bastelnden Müttern, etabliert hat, könnte ins heimische Kinderzimmer zurückkehren – oder, wo noch nicht von Konsolen und Handys verdrängt, bewahrt bleiben. Packt die Bastelscheren aus, wir bauen uns ein Abenteuer!
Ganz ohne moderne Technik geht es hier aber auch nicht zu. Beworben wird eine Online-Community für kreativ-interessierte Kinder, welche sich hier neue handwerkliche Ideen holen können und zudem die Möglichkeit haben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Wer jetzt wegen seines fortgeschrittenen Alters eifersüchtig werden sollte: für die Reiferen und Strick-/Häkelinteressierten unter uns gibt es die Seite ravelry.com, für alles andere handmadekultur.de.
(mks)
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Mehr als viereinhalb Millionen Besucher, über 20.000 Aufführungen und 6.000 Puppen: das bekannteste deutsche Marionettentheater hat allen Grund zu feiern (mal ganz abgesehen von den TV-Zuschauerzahlen, Büchern, DVDs).
Heute vor 65 Jahren öffnete sich der erste Vorhang für die Augsburger Puppenkiste. Theater-Gründer Walter Oehmichen ließ den „gestiefelte Kater” an seinen Fäden baumeln und im Laufe der Jahre lieferte die „Kiste” Stars am Fließband.
Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer, Urmel, die Preußler-Figuren Hotzenplotz, Mikesch und der kleine Wassermann und viele mehr verzauberten Kinder und bis heute alle, die sich gerne in „Lummer”-Länder der Phantasie entführen lassen.
Als der Kinderkanal von ARD und ZDF nach 60 Jahren die „Kiste” versenkte („Nicht mehr zeitgemäß!”), erhob sich ein Proteststurm. Mit Erfolg, noch in diesem Jahr kommt das Comeback der Holzköpfe. Für Pfingsten und den Sommer plant der Hessische Rundfunk ein „Puppenkisten-Feuerwerk”. Gut möglich, dass dann mehr Erwachsene als Kinder vor der Glotze hocken.
Zum 65-jährigen erscheint heute„Das große Buch der Augsburger Puppenkiste” und die Doppel-CD „Die großen Songs der Augsburger Puppenkiste”.
Und wen es nach Augsburg führt, der sollte nicht nur das Theater sondern auch das Museum der Puppenkiste besuchen.
gp
P.S.: Bei uns gibt’s natürlich auch jede Menge “Kiste” im Bestand!
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„Yes, I have!” Das Geständnis von Lance Amstrong, seine 7 Tour-de-France-Siege herbeigedopt zu haben, verbinden wir mit der Erinnerung an seinen Bestseller „Tour des Lebens” von 2001 (steht bei uns im Regal mit der Signatur Xas 8 Armstrong), Untertitel „Wie ich den Krebs besiegte und die Tour de France gewann” (heute wissen wir endgültig wie).
Aber lassen wir Lance mit seinen damaligen Worten auf uns wirken. 1998 ist er als TV-Kommentator bei der Tour de France . Zitat: „Es wurde das umstrittenste, traumatischste Rennen in der Geschichte des Radsports. Bei gezielten Razzien in verschiedenen Mannschaftswagen stöbert die französische Polizei ganze Wagenladungen von Epo, Wachstumshormonen und Stereoiden auf.”
Schlussfolgerung: „Doping gehört zu den unseligen Begleiterscheinungen im Radsport…”
Ein Jahr später (und etwas schlauer als die Kollegen vom Vorjahr) ist er wieder am Start der für ihn „vielleicht heldenhaftesten Sportveranstaltung der Welt.” Nach einigen Etappen wittert die französische Presse Betrug. Für Lance eine „Verleumdungskampagne […] völlig an den Haaren herbeigezogen […] ich war schockiert […] Ich hatte absolut nichts zu verbergen, und die Dopingkontrollen bewiesen das auch.” Die Vorwürfe werden immer heftiger. Lance stellt sich in einer Presse-Konferenz: “Ich kann nur ausdrücklich sagen, dass ich nicht gedopt bin […] Sie haben es mit einem sauberen Burschen zu tun.”
Bis zum Ende der Tour und seinem ersten Sieg lassen die französischen Journalisten nicht locker.
„Es verletzte mich […] ich liebte dieses Land […] Frankreich ist das strengste Land der Welt, wenn man mit leistungsteigernden Mitteln erwischt wird…”
Da kommen einem im Nachhinein die Tränen. In weiser Voraussicht ging das Geld aus dem Buchverkauf an seine Stiftung zur Förderung der Krebshilfe. Sonst müsste er eigentlich die 8,45 Euro, die es gekostet hat, an alle Käufer zurück zahlen.
gp
P.S.: Zwei Sätze des Buches hätten uns aber damals schon stutzen lassen müssen: „…bei Sportlern, und bei Radfahrern ganz besonders, gehört das Verdrängen zum Geschäft.” Und: „Ich hatte für alles eine Entschuldigung.”
Eigens für Lance oben der Tour-de-France-Sommerhit 2007. “Epo te quiero”, von La Plage. Übersetzt: “Epo, ich liebe Dich”. Oder vielleicht in diesem Fall “Epo, ich will Dich!”.
Hat man in englischen Fußballstadien einen Platz in der ersten Reihe, kann es schon mal vorkommen, dass man tiefer sitzt als die Grasnarbe. Aus der Spielerperspektive schauen dann die Zuschauer wie Kohlköpfe aus dem Untergrund. Dass diese Plätze nicht ganz ungefährlich sind, zeigt sich z.B. im Fratton Park von Portsmouth. Der dortige FC (Spitzname „Pompey”, bis 2010 in der Premier League und mittlerweile drittklassig) warnt sein Publikum an der Front mit diesem Schild:
Während also bei uns Zäune und andere Barrieren, die Spieler vor der erdrückenden Liebe ihrer Fans schützen sollen, kann es in England passieren, dass einem ein oder besser gleich zwei sich gerade attackierende Spieler auf dem Schoß landen.
Interessant auch dieses Schild an allen Eingängen des Stadions. Offensichtlich eine Auflistung britischer Fan-Aufrüstung der letzten Jahre:
Eine Waffe allerdings lässt sich beim Betreten des Fratton Parks nicht entschärfen. Deshalb dieser letzte Appell an Fans (vermutlich männliche), die mit Vorliebe fluchen. Aber bitte, doch nicht vor den Frauen und Kindern!
Schön, dass es auf dieser Welt Fußball-Vereine gibt, die an alles denken.
gp
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An seinem ersten Arbeitstag sagte sein Boss: „Du musst schreien!” Aber statt zu schreien, begann er zu singen ’Ein Pfund Fisch!’ “Es kam direkt aus meinem Kopf.” Muhammad Shahid Nazir, 31, aus Pakistan bekam seinen ersten Job in England als Fischverkäufer auf dem Queens Market, Upton Park, im Osten von London.
Am zweiten Tag fiel ihm die 2. Zeile ein: ‘”Come on, ladies”
Ein Hit war geboren. Mit seinem markanten Akzent, seinen ausgestreckten, flehenden Armen und den Fingergesten machte er die Performance rund.
Jugendliche filmten die Comedy-Show. Zack, war der Ohrwurm am 1. April dieses Jahres auf YouTube! Besucher aus aller Welt suchten seinen Marktstand in London. Kinder sangen „One pound fish”. Musiker remixten es. Alesha Dixon sang es im Fernsehen. Dann klopfte Warner Music bei Mr. Nazir an der Tür und nahm ihn unter Vertrag. Zur Weihnachtszeit belegte der Song Platz 29 in den britischen Charts. Inzwischen liegen die YouTube-Klicks bei über 7 Millionen.
Leider reichte die Story nicht für ein Weihnachtsmärchen. Der Pakistaner, ursprünglich nach London gekommen, um Betriebswirtschaft zu studieren, wurde kurz vor den Feiertagen von den britischen Behörden ausgewiesen. Angeblich sei er mit einem Studentenvisum eingereist, arbeitete jedoch kurz darauf als Markthändler.
In Pakistan empfingen ihn hunderte Fans am Flughafen. Nächste Woche will er zurück nach London.
Mehr über den £1 Fish Man.
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Jeder von Euch hat sie sicher schon mal irgendwo in Köln gesehen, die “Stolpersteine” oder “Stumbling Stones” des Künstlers Gunter Demnig. Es sind 10 x 10 x 10 cm große Betonquader, in die eine Messingplatte verankert ist. Auf den Messingplatten werden die Namen und Daten von Menschen mit Schlagbuchstaben eingeschlagen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Allein in Köln gibt es mehr als 1800 davon.
Jetzt ist der Kölner Künstler erneut ausgezeichnet worden und zwar dieses Mal in Dresden mit dem Erich-Kästner-Preis.
Eine Kollegin berichtete kürzlich zufällig vom Erich-Kästner-Museum in Dresden, einem mobilen interaktiven Micromuseum mit ganz neuer Konzeption einer alten Villa in der Dresdner Neustadt. Auch ein Museumsshop incl. gemütlichem Lesecafe mit Ausblick gehört dazu. Also, wer mal dort ist, reinschauen!
dl
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„Was denken Sie, wenn Sie an Afrika denken?” Den meisten fällt bei dieser Frage nur „Hunger, Armut, Aids!” ein. Seit über 50 Jahren wird für Afrikas Elend gesammelt. Besonders gerne zur Weihnachtszeit. Mit Bildern von hungernden Kindern werben Plakate, Fernsehen und Internet für Spenden an unseren Nachbar-Kontinent. So wird ein falsches Bild über Afrika und die Afrikaner in den Köpfen betoniert.
SAIH (The norwegian Students’ & Academics international assistance fund) schlägt jetzt zurück. Mit diesem Charity-Video wird der Spieß umgedreht. Dramatische Bilder von frierenden Norwegern sollen Afrikaner animieren ihre Heizkörper in den hohen Norden zu schicken. „Radi-Aid” heißt ab sofort die Devise. Der vom südafrikanischen Jazzmusiker Wathiq Hoosain komponierten Song (Lyrics: Bretton Woods) wurde in wenigen Tagen 1,3 Millionen Mal aufgerufen. Mottto: “Spread some warmth –Spread some smiles –Say yes to Radi-Aid!”
P.S.: Da sind wir dabei! Irgendwo muss doch noch ein alter Heizkörper rumliegen. Zur Not tut’s auch eine Wärmflasche.
gp
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Der Mann schrieb Straßenfeger. Zwischen 1958 und 1968 gehörten dazu fast alle Drehbücher der legendären TV-Krimi-Serie „Stahlnetz“. Dann kamen noch das „Millionenspiel“, Ekel Alfred und Motzki und eine Endlos-Liste von Werken aus seiner kreativen Feder. Der Journalist und Drehbuchschreiber Wolfgang Menge starb gestern.
Zur Erinnerung ein paar Sätze des Querdenkers:.
“Wie wichtig ist für Sie Geld, Herr Menge?
MENGE: Ich habe schon lange meine Prinzipien: Mein erstes Honorar war für ein Daviscup-Spiel in Zagreb. Für den Rundfunk habe ich nebenher ein Feature gemacht über Jugoslawien. Eine Dreiviertelstunde. Dann habe ich beim Nordwestdeutschen Rundfunk gefragt: Was zahlen Sie? Sie sagten 1 200 Mark. Ich fragte: Was kriegt Axel Eggebrecht? Na, der kriegt natürlich 1 500. Danach habe ich Radio Bremen angerufen: Was zahlt ihr? 700 Mark. Und was kriegt Eggebrecht? Auch 700 Mark. Ich hab s an Radio Bremen verkauft. So mache ich das heute noch. Wenn ich eine Lesung in einer Bibliothek habe, und die fragen mich, was ich will, dann sage ich, Sie können mir fünf Mark geben, aber ich darf nie erfahren, dass jemand für die gleiche Arbeit mehr Geld kriegt als ich. Das ist alles.” (Berliner Zeitung, 27.05.2000)
gp