Ehe wir’s vergessen: Der Blick aus dem Bibliotheksfenster


Die wahren Dimensionen dieses Bildes erschließen sich erst, wenn man es  sich vergrößert ansieht. Aber auch so ahnt man schon was.
Man mag ja angesichts solcher Werbe-Nachbarschaft nicht an Zufälle glauben, aber hier werden Gefühle angesprochen, die kaum einen kalt lassen. „Vorher – nachher“ fällt einem dazu ein oder „Anfang und Ende“. Aus Bibliothekssicht sind wir natürlich zusätzlich durch den Hintergrund des rechten Bildes angesprochen. Da bekommt die headline „Überzeugt davon, dass er 1951 den richtigen Geschmack bewiesen hat“ gleich eine dreifache Zielrichtung. Spitzfindige könnten zusätzlich anmerken, wer wohl von beiden diese Aussage getroffen hat?
Die zweite line „Nichts für unentschlossene“  ließe sich auch aufs linke Plakat übertragen. Alle die sich dort angesprochen fühlen, mag das Bild rechts eine Warnung sein. Wir halten uns da mal bedeckt und rufen „Prost!“ in beide Richtungen.

gp

Die ‘Bibliothekarin’ in der Arena


„Glamour Kultur ist letztlich in Besessenheit verwurzelt“, schrieb sie in einer Kolumne und ihre beiden Kölner Konzerte ließen daran keinen Zweifel. Lady Gaga nur an ihrer Musik zu messen unterschlägt, dass sie als Gesamtkunstwerk daher kommt. Passend dazu wechselt sie bei fast jedem Song ihr Kostüm. Sie spielt Klavier und Gitarre, singt, tanzt, erzählt. Und so opulent diese Pop-Performance Wirkung zeigt, darüber thront noch eine monströse düstere Burg, in der die Top-Begleitband versteckt ist. Eine robot-rasante Tanz-Truppe und ein explosives Licht-Design komplettieren das Bild.
Um alles zu erfassen reichen zwei Augen und zwei Ohren längst nicht aus. Auf jeden Fall scheinen alle, die an dieser Show mitstricken, ebenfalls komplett besessen zu sein. Was sich nahtlos auf die Fans überträgt, denn sie lieben Gaga und die Riesenhalle kocht. Diese wiederum liebt ihre Fans. Die Ikone spricht zu ihnen, sie arbeitet über zwei Stunden wie ein Pferd für sie, und jedes Geschenk, das auf die Bühne fliegt, wird sorgsam behandelt. In einer Songpause widmet sie sich ganz  den Präsenten, lobt die schönsten im Detail. Als sie gar einen Personalausweis auf dem Bühnenboden findet, geht ihr das dann doch zu weit. Ordnungsgemäß wandert er zurück an den Besitzer. Tränen fließen als sie schließlich vier „kleine Monster“ aus dem Publikum pickt und auf die Bühne holt.
Eben diese Monster-Fans stammen größtenteils aus der Generation Twilight und Harry Potter. Ihnen serviert sie ordentlich Grusel, Erotik und Verzauberung. Die Bühnenburg dampft und blinkt aus allen Öffnungen, öffnet und schließt sich, und was heraus quillt ist ein magischer Mix, der einem noch einen Tag danach den Blick auf die Wirklichkeit vernebelt. Lady Gaga bedankt sich artig, dass wir so gut waren die teuren Eintrittskarten zu kaufen (was kaum einer bedauern wird). Und letztlich schiebt sie alles auf Mama Gaga. Die hat sie schon mit vier Jahren zum Klavierunterricht geschickt und als einziger Mensch auf der Welt immer an sie geglaubt. Kein Wunder, dass Gaga schon als Kind davon träumte, aufzuwachen und ein großer Star zu sein. Bleibt allein die Frage: warum haben das nicht alle Mütter mit uns gemacht? Dann wären wir heute alle Stars und keiner bräuchte mehr teure Eintrittskarten zu kaufen.
P.S.: Zur „Bibliothekarin“ hat sich Lady Gaga übrigens selbst ernannt: sie sieht sich als „Librarian of Glam Culture“. Und wer das für Quatsch hält, dem erteilt sie ratz fatz eine Lektion. Aber nur, wenn er vorher seinen Gaga-Bibliotheksausweis gezückt hat.

gp

Bilder: LMP

Das Fundlesezeichen der Woche


Heute wurde etwas ganz wundervolles in einer unserer Medien gefunden: eine Hochzeitseinladung! Den persönlichen Text der Rückseite ersparen wir jetzt unseren Lesern (oder vielmehr den Protagonisten der Feier) und sagen nur: Schreibt’s Euch trotzdem hinter die Ohren – oder holt die Einladung bei uns ab. Auch wenn es zum Festtag ja noch über ein Jahr hin ist 😉
[Auf der zweiten Etage der Zentralbibliothek]

(mks)

“Alles im grünen Bereich”

An zwei Sonntagen kostenloser Fahrrad-Check im Rheinpark

Unter dem Motto “Alles im grünen Bereich” veranstaltet der Arbeitskreis “Sicherheit im Straßenverkehr” an den Sonntagen 26. August und 9. September 2012 im Kölner Rheinpark eine Verkehrssicherheitsaktion für Freizeitradlerinnen und -radler. Von 11 bis 16 Uhr haben Radfahrerinnen und Radfahrer die Möglichkeit, ihre Räder technisch überprüfen zu lassen. Bei gutem Wetter erwarten die Fachleute die Radlerinnen und Radler in der Nähe des Spielplatzes, bei Regen ist der Treffpunkt im Rheinpark unter der Zoobrücke. Das Besondere: Kleinere Arbeiten an den Rädern werden nach Möglichkeit kostenlos vor Ort erledigt.
Die technische Überprüfung nehmen Mechaniker der Kölner “Zweiradwerkstatt 180°” vor. Wenn festgestellt wird, dass umfangreichere Reparaturen angeraten sind, bietet die Zweiradwerkstatt an, die Arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt dort vornehmen zu lassen. Wer den Prüfbogen aus dem Rheinpark vorlegt, erhält einen Rabatt von 15 Prozent auf die notwendige Arbeitsleistung.
Neben einem themen- und fachbezogenen Informationsaustausch initiiert der Arbeitskreis Kampagnen zur Erhöhung und Verbesserung der Verkehrssicherheit. Dabei orientiert er sich insbesondere an den Problemen, die im Großstadtverkehr oft zu Unfällen und gefährlichen Situationen führen.

(Presse-Mitteilung der Stadt Köln)

Tipp für’s Wochenende: Veganes Straßenfest in Dortmund


Fußball, Bier, vielleicht noch die Reinoldikirche oder das Dortmunder U – daran denkt wohl der gemeine Dortmundtourist. Wofür es sich aber kommenden Samstag weiter lohnen könnte, die größte Stadt des Ruhrgebiets zu besuchen, ist das nun schon im siebten Jahr durchgeführte vegane Straßenfest “Veggie Street Day”.
In diesem Jahr wird man hier an 62 Ständen(!) “bewusst, gesund und umweltfreundlich”  zum einen mit rein pflanzlichen, das heißt, milch-, eier- und fleischfreien, Snacks verköstigt – daneben wird vegane Kleidung präsentiert, in Vorträgen über vegane Alternativen im Alltag (z.B. “Vegane Küche für Kinder”)  resümiert und zu Livemusik Soja-Latte getrunken.
Weitere Infos gibt es unter www.veggie-street-day.de und auf der zugehörigen Facebook-Seite.

(mks)

Madonna ließ es krachen!


Gestern beim Madonna-Konzert gewesen. Meinem ersten, vielleicht war es ja auch das letzte. Bei Madonna weiß man ja nie. Alle, die vorneweg in die Halle stürmten, beschenkte sie mit einem Soundcheck, ganz ungeschminkt und in voller (Klang-)Farbe. Danach kamen erst die 17.000 Zuschauer, eine lange Wartezeit, ein ziemlich überflüssiger DJ im Vorprogramm und schließlich sie selbst als Hohe Priesterin des eigenen Lebenswerkes. Begleitet von jeder Menge strammer Show-Knechte, einigen knackigen Mägden und einer hochkarätigen Band.

Was folgte war eine Performance im Parforceritt durch 30 Jahre Madonna-Geschichte. Von der katholischen Erziehung bis zum Sexsymbol über die Pop-Mode-Video-Ikone bis hin zur Skandalnudel. Alles in zwei Stunden, in denen die Sängerin, Musikerin, Tänzerin und Schauspielerin dem Publikum eine amerikanische Show auf die Augen und Ohren knallte, die alle mitriss. Da splatterte das Blut von der Leinwand, Trommler hingen von der Decke herab und selbst die Bühne bewegte sich ständig auf und ab und ließ den Star und ihre Adepten wahlweise aufsteigen oder in schwarzen Löchern verschwinden.

Musikalisch zog Madonna alle Register von dancefloor, Anleihen bei R&B, HipHop und Gospel, club beats und retro style. Als Tänzerin führte sie ihre boys und girls (die vom Alter her ihre Kindern sein könnten) souverän und topfit über den Laufsteg. Und Madonna wäre nicht Madonna, wenn sie nicht immer eine message in petto hätte: „Toleranz!”  – so will sie es –  ist das Markenzeichen ihrer Fans. Und ihre treusten von der schwulen Community wissen, warum sie ihr zu Füßen liegen.

gp


Bilder: MLP

Eine schrecklich nette Bibliothekarin

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Beim Stöbern auf dem Speicher entdeckt Al unter anderem ein Buch aus der Bibliothek, das er sich 1957 ausgeliehen hat. Al hat das Buch nie zurückgegeben, weil er sich schon als Junge vor der unausstehlichen Bibliothekarin Mrs. De Groote gefürchtet hat. Als Al in die Bibliothek kommt, sitzt die alte Dame immer noch am Schalter…

Wer Spaß hat am Bundy-Witz und Bibliotheken mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Die „Familien”-Sitcom strapaziert so jedes denkbare Klischee bis zur Schmerzgrenze und deshalb muss in diesem Fall auch die Bibliothekarin dran glauben. Lu Leonard in der Rolle von Miss DeGroote löst diese Aufgabe so unnachahmlich, dass man sie glatt nominieren würde, gäbe es einen Oscar für die beste Darstellung einer Bibliothekarin.

 gp

Warum Babys schon mal schlauer sind als Erwachsene!

 [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=_JmA2ClUvUY]

Sabbern, brabbeln und Windeln abfüllen, das ist die landläufige Meinung über das Know-How von Babys. Mehrheitlich Männer aber auch viele Frauen denken so. Den Gegenbeweis tritt dieses Video an. 56 Millionen Mal angeklickt, belegte es letztes Jahr den 4. Platz in den YouTube-charts und hängte locker Lady Gaga und Co. ab. Inzwischen liegen die 17 Monate alten Zwillinge Sam und Ren McEntee bei 70 Millionen. Und vermutlich werden sie irgendwann auch Justin Biebers  “Baby” mit seinen 700 Millionen überholen.

 Aufmerksame Lauscher von Ren und Sam verstehen, dass es in deren Diskussion um das Rätsel des verlorenen Sockens geht. Ein Problem für das die meisten Erwachsenen keine vernünftige Erklärung finden können. Unsere Babys dagegen besprechen alle Aspekte und Möglichkeiten ausgiebig, gestenreich und mit Humor (wozu manche Erwachsene längst nicht in der Lage sind). Und sie finden des Rätsels Lösung ohne sie uns zu verraten.

gp

P.S.: Sprechende Babys treffen sich auch in der Stadtbibliothek. In der etwas anderen Krabbelgruppe, den “Bücherbabys” geht es auch um Sprache, um das Anschauen, Wiedererkennen und Benennen!

Geek Content: Eine interaktive Animation von Größenverhältnissen

Wusstest ihr dass Transistoren mittlerweile kleiner sind als der Hepatitis-B-Virus? Dass das größte Bakterium größer ist als ein Salzkorn? Und dass Deimos, einer der Mars-Monde, gerade einmal so groß ist wie der Mount Everest? Zwei kalifornische Schüler namens Cary und Michael Huang haben 2010 eine faszinierende interaktive Animation erstellt und diese 2012 noch einmal aktualisiert und graphisch verbessert.
Das Ergebnis seht ihr unter The Scale of the Universe 2.
Und wer nur schnell mal reingucken möchte, dem wird hier die Scrollarbeit abgenommen:

(Mit “Geek Content” bringen wir euch geekige Blogbeiträge im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe geeks@cologne)

(ba)