“Die Kassette war klein, nicht viel größer als seine Hand, aber wenn Mike an die erschreckende Hemmungslosigkeit dachte, die auf dem Band zu sehen war, an das Risiko und die Zerstörungskraft, die es barg, hätte das kleine Plastikding ebenso gut radioaktiv sein können. Genauso hat es gewirkt und mit seinem Gift die ganze Schule kontaminiert: Es hatte den Ruf der Avery Academy ruiniert, seines Wissens mindestens zwei Ehen zerstört, die Zukunft von drei Schülern zunichtegemacht und -das war das Schlimmste- einen Menscchen in den Tod getrieben…”
Anita Shreve beschreibt , wie immer in ihrem ganz eigenen eleganten Stil, wie ein Alkoholexzess von drei Jugendlichen in einer Privatschule eskaliert und dabei eine minderjährige Schülerin missbraucht wird.
Ihr gelingt ein Soziogramm einer menschlichen Gemeinschaft, in der sich Handlungen verselbständigen. Sehr realistisch geschrieben und zugleich ein Dokument unserer Zeit.
vorhanden in den Stadtteilbibliotheken
lab
Sag’ uns wo die Blumen sind!
Vermutlich sind die meisten heute hier!
Und nur um einige Stichworte zu nennen: Folk, Sopran, Friedensbewegung, Civil-Rights-Movement, Club 47, Newport, Woodstock, Vietnam, Gefängnis…und…und…und…
Und hier das Geburtstagständchen zu ihrem 70. aus Köln:
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Der Text zum Mitsingen:
REJOICE IN THE SUN
Heels of children running wild in the sun
like a forest is your child growing wild in the sun
Doomed in his innocence in the sun.
Gather your children to your side in the sun
tell them all they love will die,
tell them why,
in the sun tell them it’s not too late for today one by one
tell them to harvest
and rejoice — in the sun.
Text/Musik: Diane Lampert/Peter Schickele
gp
P.S.: Unter dem Motto “Hören, sehen, selber spielen/singen!” finden sich die CDs, DVDs und Noten zu ihren Songs im Soundpool auf der 4. Etage der StadtBibliothek.
Ruth Rendell

“Wochenlang verschwendete Ismay keinen einzigen Gedanken daran. Dann rief irgendetwas die Erinnerung wieder wach, oder ein Traum ließ alles wieder aufleben. Der Traum begann immer gleich: Sie stieg mit ihrer Mutter die Treppe hinauf und folgte Heather durchs Schlafzimmer in den Raum auf der anderen Seite. Im Traum befand sich hier allerdings kein Bad, sondern ein ringsum mit Marmor getäfeltes Gemach, in dessen Mitte ein spiegelglatter See lag. Das weiße Ding im Wasser trieb, mit dem Gesicht nach unten, auf sie zu, und ihre Mutter rief absurderweise: “Schau weg!” Denn das tote Ding war ein Mann, ein nackter Mann, und Ismay ein fünfzehnjähriges Mädchen…”
Was geschah vor neun Jahren, als die kleine Heather mit ihrem Stiefvater allein zu Hause war und er in der Badewanne ertrank? Hat sie ihn ermordet? Und wann schlägt sie wieder zu?
Der Verdacht liegt nahe, das Heather aus irgend einem Grund ihren Stiefvater ermordet hat.
Die Mutter driftet kurz nach dem Tod ihres Mannes in die Schizophrenie ab, lebt fortan in ihrer eigenen Welt und Ismayr liebt ihre Schwester viel zu sehr, als das sie dieses Thema anzusprechen wagt. Und so vergehen neun Jahre des Schweigens. Als beide längst erwachsen sind, passiert ein weiterer Mord …
Ein Thriller, der den Namen einmal wirklich verdient, auch wenn hier die Betonung mehr auf “Subtiles Grauen” liegt.
Ruth Rendell ist bekannt für ihre elegante und geschliffene Prosa und ihre scharfsinnige Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen. Nicht der Täter steht im Vordergrund, sondern der sich mit den Umständen und Beweggründen von Verbrechen auseinandersetzt.
Unter dem Pseudonym Barbara Vine schrieb sie seit 1986 einige Psychothriller.
Ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte!
Lab
Elizabeth Haran: Leuchtende Sonne, weites Land

Jaqueline und ihr Ehemann Henry machen sich von New York nach Australien auf, um dort ein neues Leben zu beginnen. Henry will dort in das Möbelgeschäft seines Bruders einsteigen. Doch nichts kommt wie geplant. Während Jaqueline wegen Reiseübelkeit vier Wochen das Bett hüten muss, beginnt Henry eine Affäre mit Verity, einer Frau, die nur halb so alt ist wie er. Und es kommt wie es kommen muss: als das Schiff in Australien anlegt, bittet Henry seine Frau um die Scheidung, da er mit Verity ein neues Leben beginnen will. Völlig außer sich verlässt Jaqueline das Schiff, ohne Geld, ohne Kleidung und ohne Freunde.
Und dann beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Die Autorin hat wieder einen ihrer typischen Australienromane verfasst. Er liest sich leicht und flüssig. Zwar sind einige Geschehnisse vorhersehbar, aber trotz allem fesselt die Geschichte. Ein wahrer Pageturner für den Urlaub oder auch für lange Winterabende.
vorhanden in der Zentralbibliothek 2. Etage und in den Stadtteilbibliotheken
lab
Peter James: Und morgen bist du tot

“Ich war nie ein gewalttätiger Mensch. Und jetzt sitze ich hier und wünsche mir, dass irgendwo irgendein Fremder stirbt.”
Die Frau, die diese Worte sagt, ist Lynn Beckett, die Mutter von Caitlin. Caitlin hat ohne eine Spenderleber nur noch kurze Zeit zu leben. Dass es Peter James’ geplagter Inspektor Roy Grace nicht nur mit einer mörderischen Bande von Organhändlern zu tun bekommt, sondern vor allem mit einer verzweifelten Mutter, die zur Rettung ihrer schwerstkranken Tochter vor nichts zurückschrecken würde, verleiht diesem Buch eine einzigartige Emotionalität.
Nicht die Spannung steht im Vordergrund, sondern die Fragen die dieses Buch aufwirft.
Für Fans von realitätsnahen, gut recherchierten Thrillern die Roy Grace – Serie in Reihenfolge der Erscheinung:
1.Stirb ewig// 2. Stirb schön// 3. Nicht tot genug// 4. So gut wie tot// 5. Und morgen bist du tot
vorhanden in der Zentralbibliothek 2. Etage und in den Stadtteilbibliotheken
lab
Grandiosestes Hörbuch des letzten Jahres?
Dieser Frage stellte sich kürzlich der Hessische Rundfunk. Nachdem er jeden Monat ein Hörbuch nennt, welches ihm besonders am Herzen liegt, musste nun der Überflieger von 2010 her.
Und dieser ist, tadaaaa:
Damit Sie jetzt nicht 180Euro ausgeben müssen, um diese “Höroffenbarung” zu genießen, tut’s hier wieder mal die Stadtbibliothek.
Ein Tipp: Der erste Teil lautet “In Swanns Welt” (sonst wird’s teilweise kniffelig bei der Suche).
Wer lieber liest, und das auf französisch und auf seinem Bildschirm, findet hier die ersten Bände.
Für die Liebhaber des Handfesten, natürlich nach wie vor auch auf Papier, bei den Werkausgaben unter Ua Proust.
Insidertipp: Besonders beliebt unter unseren Kunden ist nach wie vor die Aufzeichnung der Live-Aufnahme in der Lengfeld’schen Buchhandlung Köln vom Jahre 1997. Hier wird es bei der Recherche zugegebenermaßen etwas verzwickt, sodass Sie am besten direkt im Regal stöbern. Hier heißt der erste Teil allerdings “Combray“. Finden Sie unter U *20. Jahrhundert* Proust, Marcel.
Wir sind gespannt: Welche Version gefällt Ihnen besser?
Gaming-Roadshow in der StadtBibliothek Köln
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Die erste Gaming Roadshow startet am 15.02. und 16.02. in der StadtBibliothek Köln. Wir freuen uns alle sehr auf die Premiere. Zwei Tage lang werden Bibliothekare zusammen mit allen Interessierten Computerspiele ausprobieren und kennenlernen. Zudem möchten wir gemeinsam überlegen, was Computerspiele für die Zukunft der Kultur- und Wissensvermittlung bedeuten und was Bibliotheken heute tun können, um Teil dieser Zukunft zu werden.
Die Veranstaltung ist eine offene Veranstaltung d.h. jeder ist eingeladen mitzumachen. Egal ob jung oder alt oder ob Gamer oder interessierter Anfänger; die Gaming-Roadshow ist für alle da.
Zum jetzigen Zeitpunkt laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Zusammen mit unseren Partnern der Zukunftswerkstatt und der US-Botschaft planen und koordinieren wir die Roadshow-Premiere.
In Kürze werden wir auch das Programm der beiden Tage hier veröffentlichen. Was Ihr heute schon tun könnt ist, den Termin in Euren Kalender einzutragen und es allen Euren Freunden und Bekannten zu sagen.
Kontakt und Information: cordula.noetzelmann@stadt-koeln.de
Köln: “…riesige Mengen lieber und lächelnder Mädchen…”

Zu den anrührendsten Zeilen seines Debütromans zählen jene über ein Gymnasium in Köln:
“Den Klang des Namens mochte ich gleich. Liebfrauenschule. Ich stellte mir riesige Mengen lieber und lächelnder Mädchen vor, Mädchen, die mir alle gefielen. Wenn ich an Köln dachte (…) dachte ich oft an die lächelnden Mädchen der Liebfrauenschule, und ich hätte mich niederlegen und ein paar Tränen vergießen können, nur wegen dieser ganz unspezifischen Schönheit, die ich mir dort auf dem Schulhof und in den Gebäuden der Liebfrauenschule, aber auch in der weiteren Umgebung der Liebfrauenschule vorstellte.” (S. 289)
So blickt Marko, 15, in den 70er Jahren auf die Welt , und diese besteht aus Mädchen, Büchern und Gott. Zwischen bischöflischem Internat und Wochenenden bei den geschiedenen Eltern in Köln färbt sich die Geschichte autobiografisch. Der Übergang vom Kind zum Mann mündet in einer schrecklichen Wahrheit… Für seinen Roman “Warum du mich verlassen hast” wurde der Autor 2006 mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet
Der Geburtstagsglückwunsch des Tages geht an den Schrifsteller, Journalisten, Literaturkritiker und -wissenschaftler Paul Ingendaay, der vor 50 Jahren in Köln geboren wurde. Heut lebt er als Kulturkorrespondent in Spanien.
gp
In der Stadtbibliothek ist sein Roman unter der Signatur “U Ingendaay, Paul” zu finden und seine “Gebrauchsanweisung für Spanien” bei den Reiseführern unter “Mkn 2 Ingendaay“.
Ein Schatz wird 50!
“Was haben wir denn Gemeinsames als unsere Sprache und Literatur”, schrieb Jacob Grimm 1854 ins Vorwort des ersten Bandes. Auf deutschem Boden regierte die Kleinstaaterei und während dieser Zeit arbeiteten er und sein Bruder Wilhelm schon 16 Jahre am Mammut-Projekt eines “Deutschen Wörterbuches”. Nicht weniger als der gesamte deutsche Wortschatz sollte wissenschaftlich beschrieben und bearbeitet werden. Über den Buchstaben F kamen sie zu Lebzeiten nicht hinaus. 123 Jahre gingen ins Land, bis das Werk am 4.1.1961 (heute vor 50 Jahren) fertig war. In diesen Jahren wurde die deutsche Einheit erreicht und wieder verspielt. Kaum hatten die “Deutsche Akademie der Wissenschaft” in Ost-Berlin und die “Deutsche Forschungsgemeinschaft” in Göttingen gemeinsam das 32bändige Werk vollendet, zementierte kurz darauf eine Mauer die deutsche Spaltung.
Spannend wie ein Krimi liest sich diese Geschichte des Wörterbuches:

In der Zentralbibliothek findet sich der “Schatz” auf der 2. Etage in der Literaturwelt unter der Signatur: “Hck Grimm”.
“Viele sind immer noch erstaunt, dass die Gebrüder Grimm dahinter stecken. Die meisten verbinden den Namen nur mit den Märchen. Aber für Sprach- und Literaturwissenschaftler ist das Wörterbuch – nicht zuletzt wegen seiner vielen Zitate – eine äußerst ergiebige Fundgrube,” so Bibliothekarin Marlies Meinigke.

Selbstredend steht die digitale Version im gleichen Regal. Signatur: “Hck Digitale Grimm”

gp
Hilfe! Die Quadrantiden kommen!
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Eins muss man dem All lassen: je nachdem, was da oben so hin und her schiesst, kann man die Uhr danach stellen. So auch heute Nacht! Um 02.10 Uhr feiert das erste große kosmische Event des Jahres seinen Höhepunkt. Ein Sterschnuppen-Schauer sorgt für einen Sylvester-Nachschlag am Himmel. Die Quadrantinen sind zu Besuch!
Diese Meteoritenstürme stammen aus einer Staubspur und Gestein, die einst ein Komet auf seiner Reise um Sonne hinterlassen hat. Jährlich kreuzt die Erde auf ihrer Bahn die Schweif-Spuren. Die Staubteilchen verglühen beim Eintritt in die Erdatmosphäre als Sternschnuppen. Bis zum 10. Januar dauert das Spektakel, aber die meisten flitzen heute Nacht vorbei: rund 120 pro Stunde.
Dieses Jahr herrschen fast optimale Bedingungen, über Mitteleuropa kommt es gleichzeit zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Würde da der Radiant (der Punkt, von dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen) dieses Jahr nicht so ungünstig liegen – das Erlebnis wäre perfekt.
gp
Kosmischen Wissensdurst stillt die Stadtbibliothek auf der 1. Etage unter der Signatur “Se”.

